Sie sagten über Belgrad
"Der Himmel über Belgrad ist breit und hoch, wechselhaft, aber immer schön; sogar der klare Himmel im Winter, mit seiner eisigen Pracht; auch während der Sommerstürme, wenn der ganze Himmel sich in eine einzige dunkle Wolke verwandelt, die, gejagt von einem wilden Wind, den Regen, gemischt mit dem Staub der pannonischen Ebene, trägt; sogar im Sommer, wenn es so scheint, als ob er gemeinsam mit der Erde blüht; im Herbst auch, wenn er von den Sternenschwärmen schwer wird. Immer schön und reich, so was wie ein Ersatz in dieser merkwürdigen Stadt für all das, was ihr fehlt, und wie ein Trost für all das, was nicht sein sollte."
Ivo Andrić, Schriftsteller und Nobelpreisträger
"Diese große Stadt, so scheint es, war schon immer so: alleinstehend, verschüttet, gerade so, als ob sie nicht existiere, sondern ewig im Entstehen sei, im Aufbau und Wiederaufbau. An einem Ende blüht sie und gedeiht, am anderen verblüht sie und geht zugrunde. Sie bewegt sich immer und flattert, bleibt nie still und kennt keinen Frieden und keine Stille. Die Stadt auf zwei Flüssen, auf großem Raum, von Winden gehemmt."
Ivo Andrić, Schriftsteller und Nobelpreisträger
''An noch manchen Plätzen in Belgrad gibt es Hecken, neben den Hecken wächst Unkraut mit starkem, berauschendem Geruch... Die Turteltaube gurrt auf dem Zweig der Wildbirne und die verirrte Feldmaus läuft weg, vor Angst oder Hunger... All das gibt es immer noch, in einer namenlosen Straße und bei einem Haus ohne Nummer...Es bleibt wie eine Klette am Bein der Großstadt hängen und reist durch die Zeit und Räume, denen es nicht gehört.''
Dušan Radović, Dichter und Schriftsteller
*"Belgrad ist eine phantastische europäische Stadt, die mit der Welt verbunden ist."
Andrzej Wajda, Filmregisseur
*"Wie viel Sie nur bauen mussten, wenn man weiß, dass sowohl die Deutschen, als auch die Alliierten euch bombardiert haben. Es ist anderen großen Städten Europas leicht, mit ihrer Schönheit zu protzen. Sie haben einen schönen kleinen Zoogarten … Man sagte mir, dass während der Bombenanschläge auch der zoologische Garten zerstört wurde und dass die Tiere in die Straßen flohen, aber dass sie auch von alleine zurückkamen… Eine wirklich schöne Geschichte – ich weiß nur nicht, ob sie wahr ist…"
Alfred Hitchcock, Filmregisseur
*"Ich bin besonders von der heiteren und warmen Atmosphäre in Belgrad beeindruckt."
Samuel Beckett, Schriftsteller
*"Damals brauchte ich, mich mit Menschen zu treffen, die mich nicht so oberflächlich behandeln würden, wie sie das bei uns tun, Menschen, die stundenlang am Tisch sitzen und freundlichen Umgang mit anderen haben, die irgendwelche Lieder singen und immer sehr viel zu sagen haben. Diese Zeit in Belgrad hat einfach meine Seele geheilt…"
Erskine Caldwell, Schriftsteller
*"Ich bin zum ersten Mal in Belgrad (1973). Ich bin auch deswegen gekommen, weil ich noch nie in diesen Gegenden war, im Osten Europas. In nur kurzer Zeit habe ich zwei Sachen festgestellt, die für mich sehr wichtig sind: man isst ausgezeichnet und die Einstellung zu Filmen ist viel intellektueller als in Amerika."
Jack Nicholson, Schauspieler
"Belgrad ist die hässlichste Stadt der Welt am schönsten Ort der Welt."
Le Corbusier, Architekt
"Als Corbusier für Belgrad gesagt hat, dass es die hässlichste Stadt der Welt am schönsten Ort der Welt sei, hatte er vor sich die Ergebnisse der Zerstörungen, die über die Jahrhunderte entstanden sind. Diejenigen, die heute diese Stadt kennen und lieben, kennen sie nicht auf der Grundlage von dem, was sie in ihr gesehen oder berührt haben. Ihr größtes und vielleicht schönstes Teil ist das, was ohne Spur verschwunden ist. Wir werden es nicht mehr sehen, wahrnehmen oder berühren können. Aber der Geschichte gehört auch dieses verschwundene Teil, das man nie rekonstruieren werden kann, das Teil der Geschichte, das sich in uns befindet, nicht in der Welt um uns herum. Offensichtlich war Corbusiers hässlichste Stadt der Welt am schönsten Ort der Welt sehr oft eher die schönste Stadt am schrecklisten Ort der Welt. Schlussfolgernd können wir 'New York Times' aus dem fernen Jahr 1876 paraphrasieren. Wenn sich der türkischen Eroberung Europas nicht Serbien mit Belgrad entgegengesetzt hätte (damals in Schutt und Asche gelegt), würden sie heute allenfalls genauso wie Deutschland und Frankreich, Wien, München und Marseille aussehen."
Milorad Pavić, Schriftsteller
*Übernommen aus dem Artikel von Slobodan Reljić, in der Zeitschrift ''NIN'' erschienen
"Belgrad ist das Low-Budget-New York."
Momo Kapor, Schriftsteller
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